Wissen · Einordnung
Migräne in den Wechseljahren: Warum kann sie häufiger werden?
Migräne kann während der Wechseljahre stärker oder häufiger werden. Hormonelle Schwankungen können dabei eine Rolle spielen. Neue oder deutlich veränderte Kopfschmerzen solltest du trotzdem ärztlich einordnen lassen, statt sie allein den Hormonen zuzuschreiben.
Wechseljahre-Check Redaktion · Inhaltlich überarbeitet am · Quellenabgleich, keine ärztliche Fachprüfung.
Warum verändert sich Migräne in den Wechseljahren?
In der Perimenopause schwankt der Östrogenspiegel. Diese Phase ist mit einem erhöhten Migränerisiko verbunden. Die British Menopause Society empfiehlt, den Zusammenhang zwischen Attacken und Monatsblutung mit einem einfachen Tagebuch zu beobachten. Quelle: BMS, Migräne und HRT, April 2026.
Der NHS zählt stärkere Kopfschmerzen und Migräne zu den möglichen Beschwerden dieser Lebensphase. Gleichzeitig können Schlaf, Stimmung und Zyklus durcheinandergeraten. Das bedeutet nicht, dass jede neue Beschwerde durch die Wechseljahre verursacht wird. Quelle: NHS, Wechseljahresbeschwerden. Allgemeine Altersphasen erklärt Ab wann beginnen die Wechseljahre?
Woran lässt sich Migräne erkennen?
Typisch sind wiederkehrende, oft pochende Kopfschmerzen, häufig auf einer Kopfseite. Übelkeit sowie Licht- oder Geräuschempfindlichkeit können dazukommen. Bei manchen Menschen treten vorübergehende Seh- oder Gefühlsstörungen als sogenannte Aura auf. Ob tatsächlich Migräne vorliegt, klärt die Praxis anhand des Verlaufs. Quelle: NHS, Migränesymptome.
Erstmalige neurologische Beschwerden solltest du nicht selbst als Aura einordnen. Beschreibe möglichst genau, was neu ist. Konzentrationsprobleme ohne typische Kopfschmerzattacken behandelt unser eigener Beitrag zu Brain Fog.
Welche Warnzeichen brauchen rasch Hilfe?
Rufe 112 bei plötzlich einsetzenden, extrem starken Kopfschmerzen oder neuen Lähmungs-, Sprach- oder Bewusstseinsstörungen. Auch plötzlicher Sehverlust, ein Krampfanfall oder hohes Fieber mit Nackensteife sind Notfallzeichen. Kopfschmerzen nach einer Kopfverletzung gehören ebenfalls sofort abgeklärt. Quelle: NHS, Notfallzeichen.
Auch ein deutlich anderes Kopfschmerzmuster, zunehmende Schmerzen mit Fieber oder neu durch Husten beziehungsweise körperliche Belastung ausgelöste Schmerzen brauchen zeitnahe ärztliche Abklärung. Quelle: NICE CG150, Abschnitt 1.1.
Was gehört ins Kopfschmerztagebuch?
Halte Häufigkeit, Dauer und Stärke der Schmerzen fest. Ergänze Begleitsymptome, mögliche Auslöser, den Bezug zur Blutung sowie alle gegen die Schmerzen eingenommenen Mittel, auch rezeptfreie. NICE empfiehlt für ein solches Tagebuch mindestens acht Wochen. Quelle: NICE CG150, 1.1.3 bis 1.1.4.
Du kannst heute mit einer einfachen Papiernotiz beginnen: Datum, Beginn und Ende, Beschwerden, Blutung, Medikamente. Nimm die bisherigen Einträge zum Termin mit. Warte bei Warnzeichen nicht erst das Tagebuch ab. Weitere Gesprächsfragen findest du unter Arztgespräch vorbereiten.
Was kannst du im Alltag besprechen?
Regelmäßige Mahlzeiten, ausreichend Trinken und ein möglichst gleichmäßiger Schlafrhythmus gehören zu den empfohlenen Maßnahmen. Im Anfall kann ein abgedunkelter Raum angenehm sein. Was für dich praktikabel ist, lässt sich mit der Praxis besprechen. Quelle: NHS, Umgang mit Migräne. Für nächtliche Beschwerden gibt es den Beitrag zu Schlafproblemen.
Wenn Akutmittel häufig nötig werden, sprich das an: Zu häufiger Gebrauch kann Kopfschmerzen verstärken. Die Grenzen unterscheiden sich je nach Wirkstoff. Lass den Behandlungsplan prüfen, statt die Einnahme eigenständig auszuweiten. Quelle: NICE CG150, 1.2.7 und 1.3.6.
Ist eine Hormontherapie bei Migräne möglich?
Eine Migräne mit Aura schließt eine menopausale Hormontherapie laut BMS nicht automatisch aus. Wenn wegen Hitzewallungen eine Hormontherapie erwogen wird, bevorzugt die Fachgesellschaft nach Möglichkeit Östradiol über die Haut. Hohe Östrogendosen können Kopfschmerzen verstärken. Auswahl und Dosis gehören daher in eine individuelle ärztliche Beratung. Quelle: BMS, Empfehlungen zur HRT.
Für hormonelle Verhütungsmittel gelten andere Regeln. Übertrage Aussagen zur HRT nicht auf die Pille und ändere bestehende Präparate nicht selbst. Die Grundlagen findest du bei Hormonersatztherapie und Verhütung in den Wechseljahren.
Dein nächster Schritt
Notiere für das Arztgespräch: Was hat sich gegenüber früher verändert? Welche Begleitbeschwerden treten auf? An welchen Tagen brauchst du Medikamente? Ein klarer Verlauf ist hilfreicher als die Vermutung „Das sind bestimmt die Hormone“.
Für eine allgemeine Orientierung zu deinen Wechseljahresbeschwerden kannst du anschließend den kostenlosen Wechseljahre-Check nutzen. Er diagnostiziert keine Migräne und bewertet keine Warnzeichen. Medizinische Abklärung hat bei neuen oder auffälligen Kopfschmerzen Vorrang.
Allgemeine Orientierung, keine Diagnose oder individuelle Behandlungsempfehlung. Redaktioneller Quellenabgleich am 1. Oktober 2026, keine ärztliche Fachprüfung. Das Titelbild ist KI-generiert.
Häufige Fragen
Kann Migräne in den Wechseljahren häufiger werden?+
Ja. In der Perimenopause können Kopfschmerzen und Migräne stärker werden. Ein neues oder deutlich verändertes Muster sollte trotzdem ärztlich abgeklärt werden.
Was soll ich bei Kopfschmerzen aufschreiben?+
Notiere Zeitpunkt, Dauer und Stärke, Begleitsymptome, Blutungen sowie eingenommene Medikamente. Das Tagebuch unterstützt das Arztgespräch. Bei Warnzeichen nicht mit der Abklärung warten.
Verschwindet Migräne nach der Menopause?+
Bei vielen Frauen bessert sich Migräne nach der Menopause. Das ist keine verlässliche Vorhersage für eine einzelne Person. Anhaltende Beschwerden verdienen weiterhin eine passende Behandlung.
Quellen
- British Menopause Society: Migraine and HRT. Aktuelle Fassung, überprüft April 2026; am 01.10.2026 über das offizielle Ressourcenverzeichnis geprüft.
- NICE CG150: Headaches in over 12s. Gesamtleitlinie aktualisiert 03.06.2025; verwendete Abschnitte zur Abklärung und zum Tagebuch aus 2012. Abgerufen 01.10.2026.
- NHS: Migraine. Überprüft 10.03.2026, nächste Überprüfung 10.03.2029. Abgerufen 01.10.2026.
- NHS: Symptoms of menopause and perimenopause. Überprüft 19.05.2026. Abgerufen 01.10.2026.

